Wohnen

Der Begriff des Wohnens leitet sich aus einer früheren Stufe der deutschen Sprache her, dem Althochdeutschen. In dieser Zeit bezeichnete der verwandte Begriff wonên ein Gefühl der Zufriedenheit und der Konstanz.

Betrachtet man sich das heutige Konzept, das sich hinter dem Begriff des Wohnens verbrigt, genauer, hat sich daran gar nicht so viel verändert.
Dem Begriff des Wohnens ist der Begriff der Wohnung verwandt. Damit bezeichnet man in der Regel einen Raum von bestimmten Ausmaßen, der als abgegrenzt vom öffentlichen Raum wahrgenommen wird. Daher werden der Wohnung in der Regel private oder intime Aktivitäten zugeordnet, die im öffentlichen Raum nicht statt finden. Dazu zählen das Schlafen, das Kochen und die Hyiene, aber in unserem Kulturkreis auch oft Sexualität und Zärtlichkeit.

Die heutige Vorstellung von dem, was Wohnen genau ausmacht, ist stark von den gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen des 19. Jahrhunderts beeinflusst worden. In dieser Zeit kam es zu einer Erstarkung des Bügertums und damit verbunden zu einer zunehmenden Popularität typisch bürgerlicher Vorstellungen und Ideale. In Verbrindung mit der fortschreitenden Industrialisierung in dieser Zeit, wurde die Wohung immer mehr zu einem Rückzugsraum und damit zu einem Gegenpol zu der äußeren Realität. Das Heim erfuhr damit eine zunehmende Idealisierung. Typische Redewendungen und Sprichwörter, die diese Entwicklung aufzeigen, betonen nicht selten die stark positiven Aspekte des Heims. Ein schönes Beispiel dafür ist der allgemein bekannte Spruch "Trautes Heim, Glück allein." oder auch "Eigener Herd ist Goldes wert.".

Im Biedermeier erfuhren das Heim und das Wohnen zudem eine künstlerische und ästhetische Aufwertung. Stets blieb jedoch der Begriff des Wohnens und der des Heims verbunden mit Ideen der Sesshaftigkeit und der Konstanz. Doch das menschliche Bedürfnis nach Verwurzelung und Schutz drücke sich schon zu Zeiten der Urmenschen aus. Bereits zu dieser Zeit wurden mit den wenigen zur Verfügung stehenden Mitteln einfache Behausungen erreichtet, um Schutz vor Wetter und Feinden zu gewährleisten.

Bereits in diesem frühen Stadium der Menschheitsentwicklung findet sich die noch heute bekannte Trennung von innen und außen. Auch damals waren beispielsweise die Hygiene oder die Nahrungszubereitung und -aufnahme auf das innere der Hütte beschränkt. Auch erste Zeichen persönlichen Gestaltungswillens lassen sich erkennen. Ein beredtes Zeugnis davon legen die phantastischen Wandmalereien ab.

In der heutigen Zeit beginnen sich diese Assoziationen erneut zu wandeln. Mit der fortschreitenden Globalisierung und der damit verbundenen Flexibilisierung des Arbeitsmarktes werden befristete Arbeitsverhältnisse zu einer nicht zu ignorierenden Realität. Ebenso wie das einzelne Anstellungsverhältnis zunehmend als temporär und reiner Übergang betrachtet wird, wird sich auch das Konzept des Wohnens weiter entwickeln.

Auch die eigene Wohung wird immer mehr an persönlicher Bedeutung verlieren und im Gegenzug werden persönliche Gefühle von Heimat und Zugehörigkeit auf mobile Gegenstände übertragen werden. So wird sich die Idee des Wohnens mit der Modernisierung der Welt verändern.


Kategorie: Information

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KW 21 - Dienstag, 23. Mai 2017